Leserbrief zum Artikel „Die Doppelmoral ist schwer auszuhalten“ vom Montag, 9. November

Der Freistaat finanziert zusätzliche Schulbusse im Land, dies ist sachlich richtig. Nun musste sich der Feuchter Marktgemeinderat entscheiden, ob dies auch für die Feuchter Schulkinder sinnig und umsetzbar sei. Obwohl auf den oberflächlichen Blick einiges dafürspricht, gab es auch gewichtige Gründe dagegen. So würde der Bus nur am Hinweg eingesetzt, für den Rückweg nicht. Die Fahrzeit von Moosbach, wo noch 43 Kinder zusteigen, beträgt zur Schule in Feucht unter 10 Minuten. Insgesamt befinden sich damit 47 Schüler in einem Bus mit 50 Sitzplätzen. Ein Mundschutz wird von allen Schülern getragen und jedes Kind hat einen Sitzplatz für sich. Der Bus ist damit nicht überfüllt und die Fahrtzeit ist sicherlich auch vertretbar.

Sind weniger Kinder im Bus, sitzen diese trotzdem gerne beieinander und nicht vereinzelt über das Businnere verstreut. Viele Kinder treffen sich auch privat nach der Schule ohne Mundschutz und Abstand. In letzter Konsequenz und wenn man bis zum Ende denkt,  müssten dann die Schüler für die Fahrten komplett nach Schulklassen getrennt werden, um eine Vermischung zu vermeiden. Dies ist allerdings nicht umsetzbar.

Wofür gibt es also diese Förderung? Die Förderung ist für Großstädte oder die Fahrt in Flächenlandkreisen bzw. Großgemeinden gedacht, in denen die Busse überfüllt und die Fahrtzeiten erheblich länger sind. Wie verhält es sich im ÖPNV? Schüler die mit der S-, U- und Straßenbahn fahren, haben oftmals weniger Platz und die Fahrtzeiten sind oftmals länger.

Der zusätzliche Bus würde 300 € ohne Mehrwertsteuer pro Tag kosten, und das bei einer einfachen Fahrtstrecke von rund 8 km. Der Markt Feucht müsste dann noch täglich die Mehrwertsteuer übernehmen. Angesichts der Kürze der Fahrtstrecke und -zeit ein Betrag, der sowohl für den Zuschussgeber als auch den Markt Feucht in keinem realen Verhältnis steht.

SPD und Grüne verlieren kein Wort über den Umweltschutz. Ein Bus der täglich von Nürnberg nach Feucht fährt, produziert sehr viel CO². Es gibt in Feucht Marktgemeinderäte, die treten bei Fridays for Future und beim Klimacamp in Nürnberg auf, predigen Umweltschutz und verstoßen einen Tag später gegen ihre Vorsätze. Das ist nicht unser Stil – wir stehen weiterhin für eine sinnhafte und geradlinige Politik in Feucht.

Wenn Herr Hagel, der für die Grünen im Marktgemeinderat war, uns nun vorwirft, dass wir uns keine Gedanken machen und fordert, dass einige Marktgemeinderäte nun ihr Amt niederlegen sollen, kann ich dazu nur sagen: „Erst denken, dann reden.“ Herr Hagel sollte sich über die Art und Weise seiner Kritik Gedanken machen. Auf diesem Niveau ist jede konstruktive Diskussion unmöglich.

Harald Danzl, Marktgemeinderat CSU

 

Kein Populismus mit CSU und FW in Feucht